Fremdsprachenerwerb an Schulen
16. August 2007 von sven1995 verabschiedete die Europäische Kommission, dass jeder Schüler in zwei Sprachen , welche innerhalb der Union gesprochen werden, unterrichtet sein solle. Auf dem Lissabonner Gipfel aus dem Jahr 2000 wurde das Beherrschen von einer oder mehreren anderen Sprachen als eine der fünf Schlüsselqualifikationen, das bedeutet nicht fachbezogene, sondern zur Lösung von Problemen behilfliche Qualifikationen, angesehen.
Tatsächlich ist das Lehren von Fremdsprachen schon seit dem Jahr 1974 in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft Pflicht. Der Gedanke dass ein Kind englisch lernen sollte, also Mulitlingualität gefördert werden sollte, hat sich in zahlreichen EU-Ländern etabliert. Ausgeschlossen Irland und Großbritannien, abgesehen von Schottland.
Seit 1998 erlernen fast alle Kinder in den Mitgliedsstaaten zumindest eine andere Sprache.
Im europäischen Querschnitt lernen europäische Kinder drei bis vier Unterrichtsstunden innerhalb einer Woche Fremdsprachen. Üblicherweise beginnen die Schulen mit der Sprachausbildung am Ende der vierten Klasse, bzw. in der Schweiz der fünften oder sechsten Klasse der Primarschule, in Malta, Luxemburg und Norwegen dagegen schon in der ersten Klasse. Ungeachtet des vielfältigen Sprachunterrichtsangebots an den einzelnen Schulen sprechen generell weniger Erwachsene eine andere Sprache als zu glauben wäre.
Bis in die neunziger Jahre wurde die erste Fremdsprache (größtenteils Englisch) in deutschen Schulen erst ab der fünften Klasse, also nach Beendigung der Grundschule, unterrichtet. Nur das Bundesland Saarland bot schon ab der dritten Klasse Französisch-Unterricht an. anboten Dieses wechselte jedoch, als in Hamburg mit dem Unterricht in Englisch ab der dritten Schulklasse angefangen wurde.
Seit dem Schuljahr 2004/2005 wird nun auch flächenabdeckend Englischunterricht in allen Bundesländern angeboten. In 9 von 16 Bundesländern Italienisch und Französisch und in Thüringen wird Russisch angeboten. In Baden-Württemberg ist der Englisch-Unterricht schon ab der ersten Klasse verpflichtend.
Lernen durch Lehren (abgekürzt LdL) ist eine grade in der BRD bekannte Methode, den Unterricht zu gestalten die zwar in allen Fächern durchgeführt werden kann, die sich aber grade für den Fremdsprachenunterricht eignet. In dieser Form bringen sich die Schüler gegenseitig den zu lernenden Stoff bei.
Der Unterricht von fremdartigen Sprachen kann grundlegend zweierlei Ziele ansteuern: zum Einen die Befähigung zu vermitteln, geläufig die andere Sprache zu sprechen und auch zu schreiben, zum Anderen das Verständnis der literarischen Produkte in der anderen Sprache zu erlangen. Dieses ist größtenteils beim Unterricht der Alten Sprachen, Latein und Griechisch so, das Andere zählt eher für die neueren Sprachen, wie Englisch und Französisch.
Bei Neulingen, beispielsweise an weiterführenden Schulen, passiert dieses anfangs meist anhand von Lehrbüchern, die mit simplen Inhalten neue Wörter und Formulierungen sowie auch neue (grammatikalische) Gesichtspunkte der Sprache darlegen. Das neu Gelernte wird dann gesondert geübt.
Der Unterricht für diejenigen, die schon Grundkenntnisse besitzen dagegen besteht häufig aus dem Lesen ausführlicher Texte und Meinungsaustausch in der zu lernenden Sprache, da das Erarbeiten von aktivem sprachlichen Wissen im Mittelpunkt steht. Je nach Ziel handelt es sich bei den Texten um wahre Literatur. Oder um wahre fachbezogene Inhalte, deren Beherrschung beispielsweise während der Ausbildung von Dolmetschern und Übersetzern von Belang sind.
Neben dem aktiven Sprechen und Verstehen der anderen Sprache ist hauptsächlich auch das Verständnis durch hören eine wichtige Rolle. Das könnte Hilfe akustischer Medien wie Tonbandkassetten, CDs oder durch einen Besuch im Land der jeweiligen Fremdsprache entwickelt werden.
Besonders tief gehend ist der Unterricht an Schulen, die einen bilingualen Teil anbieten. Hier werden zusätzlich zum tatsächlichen Sprachunterricht verschiedene Fächer (etwa Erdkunde, Geschichte, Mathematik) stückweise in der anderen Sprache unterrichtet, so dass die Schüler gezwungen sind, diese Fremdsprache tatkräftig zu sprechen, und fachbezogene Vokabeln erlernen können.